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Amnesty Ratingen Stand am Medienzentrum

10. Dezember 2011

Amnesty Ratingen feiert den internationalen Tag der Menschenrechte

Über die Jahre ist es zu einer Art Tradition der Gruppe geworden, den internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember mit einer besonderen Aktion zum Thema Menschenrechte in aller Welt zu begehen. In diesem Jahr – dem Jahr des 50-jährigen Bestehens von Amnesty International- hat die Ratinger Amnesty-Gruppe einen weihnachtlichen Info-Stand am Eingang zum Medienzentrum am Peter Brüning-Platz vorbereitet. Neben den klassischen Unterschriftenlisten gab es - der Jahreszeit entsprechend - in diesem Jahr eine Weihnachtskartenaktion der besonderen Art: Getreu dem Motto „Vor Weihnachten auch an Andere denken!“ konnten dort interessierte Ratinger Bürgerinnen und Bürger Postkarten an zwei politisch Verfolgte aus dem Iran und der Türkei schicken. Rund 70 Postkarten wurden verschickt.

Fall von Ronak Safarzadeh im Mittelpunkt

Solche Solidaritätsaktionen dienen dazu, politisch Verfolgten Mut zu machen und sind darüber hinaus ein deutliches Zeichen an menschenrechtsverletzende Obrigkeiten, dass ihre Taten international nicht ungesehen bleiben. Im Mittelpunkt der Aktion am 10. Dezember stand die kurdische Frauenrechtlerin Ronak Safazadeh. Sie ist in der Frauenorganisation „Azar Mehr“ aktiv, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lage der kurdischen Frauen zu verbessern. Sie unterstützt außerdem die Kampagne für Gleichberechtigung, eine 2006 gegründete Frauenrechtsinitiative, die das Bewusstsein iranischer Frauen für ihre Rechte wecken will und für die Beseitigung ihrer Diskriminierung im iranischen Recht arbeitet. Dazu will die Kampagne eine Million Unterschriften sammeln. Ronak Safazadeh wurde am 9. Oktober 2007 in ihrer Wohnung wegen "Handlungen gegen die nationale Sicherheit durch die Beteiligung an Anschlägen in Sanandaj und wegen Mitgliedschaft in der militanten Gruppe PJAK“ (einer bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe) verhaftet. Sie wurde anschließend im Zusammenhang mit Bombenanschlägen in Sanandaj sogar noch der „Feindschaft gegen Gott“ angeklagt, was mit der Todesstrafe belegt werden kann. Von dieser Anklage wurde sie zwar freigesprochen, jedoch wurde sie der Mitgliedschaft in der „Partei des Freien Lebens Kurdistans“ (iranische Abkürzung: PJAK) für schuldig befunden: Ronak Safazadeh wurde zu fünf Jahren Haft wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ und zu einem Jahr Haft wegen „Propaganda gegen den Staat“ sowie zu sieben Monate Haft wegen „illegalem Grenzübertritt“ verurteilt. Ronak Safazadeh selbst sagt, sie sei nur in der Frauenorganisation „Azar Mehr“ aktiv gewesen und ihre Kontakte zur PJAK seien aus dieser Tätigkeit heraus entstanden. Sie habe „die Gründe für die Beteiligung von Frauen in der PJAK unter schwierigen Bedingungen“ untersuchen wollen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie Gewalt angewendet oder befürwortet hat oder an Aktionen der PJAK beteiligt war. Ihr Anwalt teilte weiter mit, dass Ronak Safazadeh gezwungen wurde, ein „Geständnis“ abzulegen – eine übliche Praxis im Iran.

Wir danken allen Ratinger Bürgerinnen und Bürger, die sich an unserer Postkartenaktion am 10. Dezember 2011 vor dem Medienzentrum beteiligt haben.